Strukturelle Anreize für weniger bezahlte Arbeit wirken zusätzlich negativ. Frauen geraten dadurch im Wettbewerb um Spitzenjobs ins Hintertreffen, oft sind sie wirtschaftlich abhängig von ihren Partnern und ihre Rentenansprüche sind geringer. Im Ergebnis wird das Machtgefälle zwischen Männern und Frauen konserviert, anstatt wertvolle weibliche Arbeitskraft sinnvoll einzusetzen. Spitzenfrauen Gesundheit fordert stärkere Anreize zu setzen, um Frauen den Einstieg in besonders verantwortungsvolle und echte Spitzenjobs durch die flexible Gestaltung der Bedingungen zu ermöglichen. Dazu haben die Spitzenfrauen Gesundheit einen Maßnahmenkatalog mit zehn Punkten erarbeitet:
- Sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Anreize für höhere Wochenarbeitszeit schaffen und das Ehegattensplitting abschaffen
- Vollzeitarbeit ermöglichen durch intelligente, engagierte und sinnvolle Arbeitsplatz-/Ort-/Strukturgestaltung (Kumulieren und Splitten von Arbeitszeit, Homeoffice-Optionen ausbauen, Ergebnisorientierung statt Präsenzkultur)
- Mindestversicherungsbeitrag in der GKV, um Fehlanreize zu vermeiden (Beitragsfreie Familienversicherung nur für Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen).
- Karriereplanung als Bestandteil beruflicher Qualifikation/Ausbildung implementieren (Mentoring/Recruiting/Onboarding Frauen für Frauen)
- Alle 2 Jahre Bestätigung der Kenntnisnahme der Rentenansprüche gegenüber der RV (sinnvolle Lesebestätigung)
- Haushaltsnahe Dienstleistungen (Kinderbetreuung, Pflege, Haushaltshilfe) stark fördern (Minimalbesteuerung, volle steuerliche Absetzbarkeit der Ausgaben).
- Kinderbetreuungseinrichtungen qualitativ hochwertig ausbauen (dort, wo weiterhin eine Unterversorgung besteht)
- Bezahlbarer Wohnraum in Zentren und nahe der Arbeit
- Kommunale Pflegeinfrastruktur für Senioren und Kinderbetreuung infrastrukturell und somit wirtschaftlich und kulturell ausbauen und vernetzen
- Minijobs vorzugsweise als Option für Studierende und Rentner
Statements
„Seit unserer Gründung arbeiten wir konsequent daran, Strukturen zu schaffen, die mehr Frauen den Weg in Spitzenpositionen ermöglichen. Teilzeit kann Familienphasen überbrücken, Teilzeit sollte aber kein Dauermodell für Frauen sein“, sagen die Vorständinnen Antje Kapinsky und Prof. Dr. Anke Lesinski-Schiedat.
„Jede Frau sollte eine echte Wahlfreiheit und faire Möglichkeiten haben, sich beruflich zu entwickeln und einen Karriereweg einzuschlagen, der ihrer Ausbildung, ihrem Können und ihrem Willen entspricht“, betonen Dr. Rebecca Otto und Cornelia Wanke. Dazu müssten dringend die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. „Wir werden uns gemeinsam mit Verbündeten für eine effektive Umsetzung stark machen“, so die beiden Co-Vorsitzenden des Vereins Spitzenfrauen Gesundheit e.V.
Pressekontakt
Ulrike Serbent
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